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Vor dem Hintergrund der Arbeitsmarktsituation akzeptieren es Absolventinnen und Absolventen immer häufiger, volle Arbeitsleistung zu erbringen – teilweise ohne Vergütung und Beschäftigungsperspektive. Diese Entwicklung wird unter dem Begriff „Generation Praktikum“ zusammengefasst.
Meine Position
Bei einem Praktikum handelt es sich um ein Lern-, nicht um ein Arbeitsverhältnis. Es ist vom Charakter ergänzend und nicht ersetzend oder gar verhindernd zu einer Festanstellung angelegt. Ein fairer Umgang mit Praktikanten ist seitens der Praktikumsgeber geboten. Langzeitpraktika rufen ernstzunehmende gesellschaftliche
Probleme hervor.
Was die FDP unternommen hat
Die FDP-Fraktion hat die Initiative ergriffen und am 02. November 2007 einen Antrag zum Thema „Fairer Umgang mit der Generation Praktikum eingebracht“. Nachdem sich Zustimmung für das Anliegen auf der Seite der SPD und des Bündnis 90/Die Grünen abzeichnete, haben wir unseren Antrag zugunsten eines gemeinsamen Antrags zum Thema „Jobs statt Praktika für Absolventinnen und Absolventen“ (22. November 2007) zurückgezogen.
Was die FDP erreicht hat
Die Bremische Bürgerschaft (Landtag) hat am 22. November 2007 einen Beschluss gefasst, der beinhaltet, dass es für Praktika, die die nach einer Berufs- oder Hochschulausbildung stattfinden, faire Bedingungen mit eine Reihe von Mindeststandards gelten müssen. Darunter fällt z.B., dass es einen schriftlichen Vertrag, eine Arbeitsplatz, eine Betreuungsperson und ein Zeugnis geben muss. Außerdem ist geregelt, dass ein Praktikum höchstens vier Monate dauern soll.
Die Bürgerschaft (Landtag) und ihre Fraktionen verpflichten sich, bei der Vergabe von Praktika mindestens diese Bedingungen einzuhalten. Die Bürgerschaft (Landtag) fordert den Senat und den Magistrat der Stadt Bremerhaven auf sicherzustellen, dass alle Landes- und Kommunalbehörden sowie alle in Mehrheitsbeteiligung Bremen gehörenden Gesellschaften Praktikantinnen und Praktikanten ab sofort nur noch mindestens nach diesen Bedingungen zu beschäftigen.
Weiterhin wird der Senat gebeten, sich auf Landes- und Bundesebene für die Einrichtung eines unabhängigen Gütesiegels „Faires Praktikum“ einzusetzen, das Betrieben und Einrichtungen verliehen wird, die bei der Beschäftigung von Praktikantinnen und Praktikanten mindestens die oben genannten Bedingungen erfüllen. Die Bürgerschaft (Landtag) appelliert an alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie ihre Verbände, sich bei der Vergabe von Praktikumsplätzen mindestens genannten Bedingungen zu eigen zu
machen.
Die Bürgerschaft (Landtag) fordert den Senat auf, Bestrebungen der Tarifpartner bei tariflichen Regelungen zur Ausgestaltung von Praktika zu unterstützen. Die Bürgerschaft (Landtag) fordert den Senat auf, eine Bundesratsinitiative zu ergreifen, um im Berufsbildungsgesetz (§ 26) eine genaue Definition des Praktikums als Lernverhältnis in Abgrenzung zu einem Arbeitsverhältnis vorzunehmen.
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